Die erste, einzigartige Eigenschaft von Fledermäusen ist, dass sie die einzigen, uns bekannten Säugetiere sind, die aktiv fliegen können. „Aktiv fliegen“ heißt, dass sie eigenständig wie Vögel fliegen und nicht auf Hilfsmittel wie Thermik oder ähnliches angewiesen sind.

Ähnlich wie Delfine, haben die meisten Fledermausarten auch Echoortung, die ihnen hilft, auch in tiefster Dunkelheit „zu sehen“ (mehr zu diesem Thema unter Echoortung).

Weiterhin ist die Artenzahl von Fledermäusen sehr beeindruckend, da sie mit rund 900 Arten ca. 14% aller Säugetier-Arten ausmachen. Dabei ist auch zu erwähnen, dass jede Fledermausart besondere Eigenschaften entwickelt hat, um sich ihrer Umgebung perfekt anzupassen.

Die Größe von Fledermäusen variiert zwischen einer Flügelspannweite von fast 60 cm (AustralischeGespenstfledermaus (Macroderma gigas)) bis hin zu ein bisschen größer als eine Hummel (Schweinsnasenfledermaus, Craseonycteris thonglongyai).

Viele Fledermausarten ernähren sich von Insekten, unter anderem alle unsere heimischen Arten.



Mit den Händen fliegen

Die Extremitäten von Fledermäusen sind wohl die auffälligsten Merkmale. Denn zwischen den verlängerten Fingern und den Beinen spannt sich eine Flughaut. Auch zwischen den Beinen befindet sich eine weitere Flughaut, die sogenannte Schwanzflughaut, welche als Kescher für den Fang von Beute dient.

Die Hinterbeine sind nach hinten gerichtet und haben 5 bekrallte Zehen. Eine besondere Konstruktion der Krallensehne ermöglicht ein passives Festhalten ohne Muskelanspannung, wodurch die Tiere auch während des Winterschlafes hängen bleiben.

Die Flughaut von Fledermäusen spannten sich von den Fingern bis zu den Beinen und sogar zwischen den Beinen. Foto: 12019, Pixabay.


Kopf und Sinne

Die Köpfe der einzelnen Fledermausarten unterscheiden sich beträchtlich, meist angepasst an ihre spezielle Echoortung (mehr zu diesem Thema unter Echoortung). Neben der Größen- und Formvielfalt von Fledermausnasen, unterscheiden sich auch die Ohren. Meist besteht ein Zusammenhang zwischen beiden, sprich Fledermausarten mit großen Nasen, haben meist kleinere Ohren und umgekehrt.

Fledermäuse können meist Farbe und sogar UV-Licht sehen, trotzdem ist die Echoortung essentiell für die Jagd.

Auch verfügen Fledermäuse über einen Magnetsinn, mit dem sie sich auf Langstreckenflügen anhand des Erdmagnetfeldes orientieren können.

Das Gebiss einer Fledermaus besteht aus 32-38 Zähne. Die Eckzähne unserer heimischen Fledermäuse sind dabei stark ausgeprägt, um den Chitinpanzer von Beuteinsekten aufbrechen zu können.

Fledermäuse können mit Hilfe von Echoortung in der Dunkleheit „sehen“. Zeichnung: Carolin Schepers.


Verhalten

Fledermäuse sind nachtaktiv und sehr soziale Tiere. Sie leben meist in Gemeinschaften zusammen und haben einen festen Jahresrhythmus.

Mehr zum Fledermaus-Jahr können Sie hier lesen: Das Fledermaus-Jahr.

Das Fledermaus-Jahr im Überblick. Zeichnung: Carolin Schepers.


Unsere heimischen Arten

In Deutschland gibt es 25 verschiedene Fledermausarten, die sich in vielerlei Hinsicht unterscheiden. Eine sehr gute Übersicht, samt Rufe, finden Sie beispielsweise auf der Internetseite des NABU  (Suchwort: NABU Heimische Fledermausarten im Portrait).




Gefördert durch die EU und das Land NRW.
Kategorien: Fledermausschutz