Kolumne – August 2021

Sie fragen, der Zweckverband antwortet.

Sie sind klein, flauschig und kuscheln sich eng zusammen. Bei diesen Worten denkt kaum jemand an Fledermäuse. Die meisten verbinden Fledermäuse eher mit spitzen Zähnen, Krankheitsüberträgern und Ungeziefer. Schließlich ist das Wort Maus schon im Namen drin. Sie sind allerdings mit Igeln näher verwandt als mit ihren Namensgebern den Mäusen.

Wenn man die kleinen Akrobaten der Nacht jedoch einmal beobachtet, entdeckt man eine faszinierende Lebensweise in der Dunkelheit. Man muss auch kein Experte sein, um Fledermäuse zu beobachten. In warmen und trockenen Sommernächten lassen sich Fledermäuse gut an einzelnen Bäumen oder an Gewässern beobachten – am besten mit Blickrichtung gegen das Abendlicht. Hier ist das Buffet reichlich gedeckt, denn unsere heimischen Fledermäuse können pro Nacht bis zu 30 Prozent ihres Körpergewichts verschlingen, um für den Winter genug Fettreserven zu haben. Und beim Fressen tun uns Fledermäuse auch noch einen großen Gefallen, da auf dem Speiseplan vor allem lästige Stechmücken stehen. Einige Fledermäuse fressen sogar den gefürchteten Borkenkäfer.

Fledermäuse sind äußert soziale Tiere. Gemeinsam findet die Aufzucht der Jungtiere in den Wochenstuben statt. Hier werden die Jungtiere geboren, gesäugt, geputzt und die ersten Flugversuche unternommen. Wochenstuben sind daher auch meist warm und trocken. Für Zwergfledermäuse reichen bereits kleine Spalten in der Hauswand, während das Große Mausohr alte Dachstühle bevorzugt.

Im Spätsommer lösen sich die Wochenstuben auf und das Anfuttern von Fettreserven steht nun im Vordergrund. Daher kann man zu dieser Zeit besonders gut Fledermäuse beobachten. Im Winter hingegen bevorzugen Fledermäuse ein kühles, störungsfreies Versteck mit hoher Luftfeuchtigkeit, damit die Flughäute nicht austrocknen. Hier eignen sich beispielsweise Höhlen, Erdkeller oder ausgediente Wasserhochbehälter.

Aber dies sind nur einige spannende Infos über Fledermäuse. Mehr zu den kleinen Akrobaten der Nacht können Sie bei unserer Fledermaus-Exkursion am 04. September 2021 erfahren – Beginn 20 Uhr am Aatalhaus in Bad Wünnenberg. Anmeldungen sind bis zum 25. August unter Tel. 05250 / 708410 oder jutta.bergener@bs-paderborn-senne.de möglich. Bei Regen findet die Veranstaltung nicht statt, da Fledermäuse bei Regen lieber zuhause bleiben.

Falls Sie nicht solange warten möchten, können Sie auch jetzt schon mehr über Fledermäuse auf der Internetseite des Zweckverbandes erfahren – www.wuennenberg-bueren.de. Schauen Sie vorbei!

Und wer gerne aktiv zum Fledermausschutz beitragen möchte, kann sich ebenfalls direkt beim Zweckverband unter erholungsgebiet@wuennenberg-bueren.de melden.

Sie haben eine andere Frage? Schicken Sie sie einfach an erholungsgebiet@wuennenberg-bueren.de.

„Manche mögen es heiß“ – dicht zusammengekuschelt wärmen sich die Fransenfledermäuse in einer Fledermaushöhle. Die rötlichen Tiere sind die Alttiere und die Gräulichen die Jungen. Foto: Jutta Bergener, Biologische Station Kreis Paderborn-Senne.
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