Kolumne – Juni 2021

Sie fragen, der Zweckverband antwortet.

Regen, Regen, Regen und noch mehr Regen. Das späte Frühjahr fällt buchstäblich ins Wasser, obwohl der Regen natürlich bitter nötig ist. Die Natur hingegen scheint dieses Jahr besonders gut zu gedeihen, die Pflanzenwelt explodiert förmlich und auch bei den Tieren ist die Brutzeit in vollem Gange.

Wer sich bei diesem Aprilwetter doch vor die Tür wagt, bekommt daher auch das ein oder andere Jungtier zu sehen. Besonders fallen Jungtiere dann auf, wenn sie nicht in Gesellschaft und damit im Schutz der Elterntiere sind. Der menschliche Beschützerinstinkt schaltet sich ein und unwillkürlich kommt die Frage auf: braucht das Jungtier Hilfe?

So einfach die Frage auch klingt, umso schwieriger ist die Antwort. Denn die Aufzucht von Jungtieren kann von Art zu Art stark variieren, weswegen eine pauschale Antwort nicht möglich ist. Aber wie verhält man sich dann am besten, wenn man einem „einsamen“ Jungtier begegnet?

Zuerst sollte man immer eine gute Entfernung zum Jungtier haben. Denn einige Elterntiere halten absichtlich Abstand zum Jungtier wenn Gefahr droht und kehren zurück, sobald die Gefahr vorüber ist. Hiermit wollen die Elterntiere vermeiden, dass Räuber auf Jungtiere aufmerksam gemacht werden.

Aber selbst wenn nach kurzer Zeit immer noch kein Elterntier erschienen ist, muss man sich nicht gleich sorgen. Einige Arten verlassen ihre Jungtiere für mehrere Stunden, um auf Futtersuche zu gehen. Dies ist ganz natürlich. Daher sollte man mehrere Stunden warten, bevor man einschreitet.

Sollte selbst nach mehreren Stunden kein Elterntier erscheinen, sollten entsprechende Fachleute informiert werden, beispielweise Auffangstationen. Als Laie sollte man niemals die Pflege selbst übernehmen, da besonders bei Jungtieren das große Ziel die Auswilderung ist. Besonders wenn Jungtiere verletzt sind, ist eine fachgerechte Pflege und Haltung lebensnotwendig.

Akuter Handlungsbedarf für Laien besteht daher nur, wenn das Jungtier einer unmittelbaren Gefahr ausgesetzt ist, beispielsweise wenn es sich auf einer Straße befindet. Dann sollte das Jungtier vorsichtig und möglichst ohne direkten Kontakt in Sicherheit gebracht werden. Auch hierbei gilt: weniger ist mehr. Daher sollte das Jungtier möglichst nah an der Fundstelle wieder abgesetzt werden.

Mehr zum Thema „Naturschutz“ können Sie auf der Seite des Zweckverbands unter www.wuennenberg-bueren.de nachlesen.

Sie haben eine andere Frage? Schicken Sie sie einfach an erholungsgebiet@wuennenberg-bueren.de.

Viele Jungtiere scheinen auf den ersten Blick verwaist, doch oft trügt der Schein. Im Zweifelsfall sollten immer Fachleute informiert werden, bevor man selbst als Laie tätig wird. Foto: fotoblend, Pixabay.
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