Des Königs Handy

Des Königs Handy – Optischer Telegraphenmast in Haaren


Infotafel Telegrafenstation

1832 wurde die ca. 600 km lange optisch-mechanische Telegraphenlinie zwischen Berlin und Koblenz auf Anordnung König Friedrich Wilhelm III. gebaut, um politische und militärische Nachrichten schnell und sicher weitergeben zu können. Bei gutem Wetter brauchten kurze Nachrichten weniger als eine Stunde von Berlin bis Koblenz, berittene Boten dagegen 3 ½ Tage.
Die 62 Stationen waren überwiegend in eigens errichteten Gebäuden untergebracht. Sie hatten Signalanlagen mit sechs beweglichen Flügeln auf drei Ebenen. Ein Telegraphist beobachtete die benachbarte Station mit einem Fernrohr. Ein zweiter stellte die beobachteten Zeichen an der eigenen Signalanlage für die folgende Station nach. Der anstrengende Dienst erlaubte nur sechs Stunden Arbeit am Tag.

Telegrafenmast

Die Station 37 wurde 1833 auf einer Höhe von 380 m auf Haarener Boden errichtet. Sie war 12 m lang und 7,5 m breit. Zusätzlich gab es einen turmartigen Erker, auf dem ein sechs Meter hoher, eiserner Signalmast stand. Im Obergeschoß lag das Arbeitszimmer der Telegraphisten, im Untergeschoß vermutlich zwei Wohnungen für ihre Familien. Die Station war bis 1849 in Betrieb. Sie wurde dann für 250 Taler an die Forstverwaltung verkauft und über 100 Jahre als „Forsthaus Telegraph“ genutzt. 1861 brannte sie aus und wurde ohne Turm neu und wesentlich größer aufgebaut. 1957 wurde sie abgebrochen. Übrig blieben ein paar Grundmauern und ein verwilderter Garten. Heute liegt die Station im Wald.
Wegen des wunderschönen Fernblicks zur Egge und zum Sauerland wurde der Signalmast von den Heimat- und Verkehrsvereinen Haaren und Leiberg naturgetreu nachgebaut und  ca. 70 m südöstlich des ursprünglichen Standortes aufgestellt. Früher waren die Nachbarstationen Nr. 36 in Helmern in 7,2 km Entfernung und Nr. 38 die „Stumpfe Warte“ bei Kneblinghausen in 14,3 km Entfernung mit Fernrohren gut zu sehen.

Die Interessengemeinschaft Optische Telegraphie in Preußen beabsichtigt jede Telegrafenstation durch einen beschilderten „Telegraphenweg“ als Radwanderweg zu verbinden und somit die Telegraphenlinie wieder herzustellen. Über den bereits feststehenden Routenverlauf für einzelne Abschnitte können Sie sich im Internetauftritt http://www.optischertelegraph4.de/radweg informieren.

Kommentare sind geschlossen.

Zweckverband „Bevorzugtes Erholungsgebiet Bad Wünnenberg/Büren“
 
Leiberger Straße 10 (Spanckenhof)
33181 Bad Wünnenberg
Kontakt: (02953) 96709
 
E-Mail: erholungsgebiet@wuennenberg-bueren.de
footer-logo